Zeitpunkt
Wann Sie anfangen müssen
Sichtbarkeit hat einen Vorlauf, den fast alle unterschätzen. Der Kalender für die Branchen, in denen die Saison über das Jahr entscheidet — und was noch geht, wenn Sie zu spät dran sind.
Das Grundproblem
Man denkt daran, wenn es zu spät ist
An Sichtbarkeit denkt niemand, wenn das Telefon klingelt. Man denkt daran, wenn es still wird — und genau dann ist es für fast alles zu spät, was wirklich trägt.
Das ist keine Nachlässigkeit, das ist die Lage: In der Hochsaison hat niemand Zeit, sich um das Unternehmensprofil zu kümmern. Im Loch danach hat man Zeit, aber die Saison ist vorbei. So verschiebt es sich Jahr für Jahr.
Der Ausweg ist unspektakulär: einmal im Jahr einen Termin im Kalender, sechs bis acht Wochen vor der eigenen Spitze. Nicht mehr.
Der Kalender
Wann welche Branche sichtbar sein muss
Als Orientierung, nicht als Naturgesetz — die Spitzen verschieben sich je nach Wetter und Region um Wochen:
- Heizung & Sanitär — Spitze Oktober bis Februar, erste Welle mit dem ersten kalten Wochenende. Sichtbar sein ab August.
- Dachdecker & Spengler — zwei Spitzen: nach den ersten Herbststürmen und im Frühjahr. Sichtbar sein ab August und ab Februar.
- Autowerkstatt — Reifenwechsel im Oktober/November und im März/April. Sichtbar sein ab September und ab Februar.
- Garten- und Landschaftsbau — Spitze März bis Juni, geplant wird ab Januar. Sichtbar sein ab Dezember.
- Gastronomie — Weihnachtsfeiern werden ab September angefragt, nicht im November. Sichtbar sein ab August.
- Einzelhandel — das vierte Quartal entscheidet über das Jahr. Profil und Öffnungszeiten spätestens im Oktober.
- Praxen — zum Jahresende laufen Budgets und Vorsorgetermine, im Januar kommen die guten Vorsätze. Sichtbar sein ab Oktober.
Ein Detail zum Reifenwechsel, das oft falsch erzählt wird: Die Merkregel „von O bis O" — Oktober bis Ostern — ist keine Vorschrift. In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht: Sie greift bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch sowie Eis- und Reifglätte, nicht ab einem Datum. Für Ihre Auslastung heißt das: Die Welle kommt nicht am 1. Oktober, sondern mit dem ersten Wetterbericht, der Frost ankündigt — und dann alle auf einmal.
Warum so früh
Was in sechs bis acht Wochen tatsächlich passiert
Der Vorlauf ist keine Vorsichtsmaßnahme, er ergibt sich aus den Laufzeiten:
- Änderungen am Unternehmensprofil brauchen Tage bis Wochen, bis Google sie übernimmt — Kategorien und Leistungen manchmal länger.
- Bewertungen entstehen im Takt Ihrer Aufträge. Zehn Stück sammelt man nicht in einer Woche, sondern über zwei bis drei Monate.
- Bewegung im Karten-Block braucht Monate, nicht Wochen. Warum das so ist.
- Eine überarbeitete Website muss geplant, geschrieben, gebaut und dann von Google neu bewertet werden.
Einzig Anzeigen laufen am selben Tag. Alles andere hat einen Vorlauf, den man nicht verkürzen kann — man kann ihn nur früher beginnen.
Der ehrliche Teil
Wenn Sie zu spät dran sind: was noch wirkt
Angenommen, die Saison beginnt in drei Wochen und es ist nichts vorbereitet. Dann gilt Folgendes — und die untere Zeile schreibt normalerweise niemand hin, weil sie schlecht fürs Geschäft ist:
Wirkt sofort, Stunden bis Tage:
- Öffnungszeiten und Feiertage im Unternehmensprofil hinterlegen.
- Anzeigen schalten, eng auf die Saisonleistung und den Umkreis begrenzt.
- Erreichbarkeit klären: Wer geht ans Telefon, wenn alle gleichzeitig anrufen?
- Einen Satz auf die Startseite, der die Saisonleistung beim Namen nennt — „Heizungswartung", „Reifenwechsel", „Sturmschaden" — statt sie unter „Leistungen" zu verstecken.
Wirkt in zwei bis vier Wochen:
- Bewertungen anstoßen. Was Sie in den nächsten drei Wochen an Aufträgen abschließen, kann bis zur Spitze sichtbar sein.
- Eigene Fotos ins Profil, Leistungen einzeln hinterlegen.
- Antworten auf offene Bewertungen — auch auf alte.
Zu spät für diese Saison:
- Die Platzierung im Karten-Block spürbar verändern.
- Eine neue Website, die auch ranken soll.
- Organische Platzierungen bei umkämpften Suchbegriffen aufbauen.
Das ist kein Grund, es zu lassen — es ist der Grund, es trotzdem jetzt anzufangen. Was Sie in den nächsten Wochen aufbauen, wirkt spätestens zur nächsten Spitze. Und die kommt zuverlässig.
Der teuerste Fehler
Feiertage im Profil — zehn Minuten, die am meisten kosten
Das vierte Quartal hat die meisten Feiertage und Brückentage des Jahres. Ein Unternehmensprofil, in dem keine abweichenden Zeiten hinterlegt sind, zeigt an genau diesen Tagen entweder „geschlossen" oder einen Warnhinweis, dass die Zeiten möglicherweise abweichen.
Beides hat dieselbe Wirkung: Wer das liest, ruft nicht an. Und es passiert an den Tagen, an denen Sie den meisten Umsatz machen könnten — oder an denen ein Notdienst am gefragtesten ist.
Der Aufwand liegt bei etwa zehn Minuten pro Quartal. Es ist mit Abstand die beste Zeitinvestition, die ein lokaler Betrieb in sein Profil stecken kann.
Häufige Fragen
Was oft gefragt wird
Wann sollte ein saisonaler Betrieb mit Sichtbarkeit anfangen?
Sechs bis acht Wochen vor der eigenen Spitze. Für Heizung und Sanitär bedeutet das August, für den Reifenwechsel September und Februar, für Garten- und Landschaftsbau Dezember. Der Grund sind die Laufzeiten: Profiländerungen brauchen Tage bis Wochen, Bewertungen entstehen über Monate, und Bewegung im Karten-Block ist eine Frage von Monaten. Nur Anzeigen laufen am selben Tag.
Was hilft noch, wenn die Saison in drei Wochen beginnt?
Sofort wirken: Öffnungszeiten und Feiertage im Unternehmensprofil hinterlegen, eng begrenzte Anzeigen schalten, die telefonische Erreichbarkeit klären und die Saisonleistung auf der Startseite beim Namen nennen. In zwei bis vier Wochen wirken zusätzlich neue Bewertungen und Fotos. Zu spät ist es dagegen für eine spürbare Veränderung im Karten-Block, für eine neue Website und für organische Platzierungen bei umkämpften Begriffen.
Gilt in Deutschland eine Winterreifenpflicht ab Oktober?
Nein. Die Merkregel von O bis O, also Oktober bis Ostern, ist keine Vorschrift. In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht: Sie greift bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch sowie Eis- und Reifglätte, nicht ab einem bestimmten Datum. Für die Auslastung einer Werkstatt heißt das, dass die Welle nicht kalendarisch beginnt, sondern mit dem ersten Wetterbericht, der Frost ankündigt — und dann bei allen gleichzeitig.
Warum sind Feiertagszeiten im Google-Profil so wichtig?
Weil Google an Feiertagen ohne hinterlegte Zeiten entweder geschlossen anzeigt oder einen Hinweis, dass die Öffnungszeiten möglicherweise abweichen. Beides führt dazu, dass niemand anruft — und zwar an den Tagen mit dem höchsten möglichen Umsatz oder der größten Notdienstnachfrage. Das vierte Quartal enthält die meisten dieser Tage. Der Aufwand liegt bei etwa zehn Minuten pro Quartal.
Lohnt es sich noch, mitten in der Saison anzufangen?
Ja, aber mit anderer Erwartung. Was in der laufenden Saison noch greift, sind Anzeigen, ein korrektes Profil und die Erreichbarkeit. Alles, was auf Bekanntheit aufbaut — Bewertungen, Karten-Block, organische Platzierung — wirkt erst zur nächsten Spitze. Die kommt allerdings zuverlässig, und wer jetzt beginnt, startet dann nicht wieder bei null.
Wie ist Ihre Ausgangslage vor der Saison?
Wir sehen uns an, wo Sie bei Ihren Saisonbegriffen stehen, wie Ihr Unternehmensprofil aufgestellt ist und was in der verbleibenden Zeit realistisch noch wirkt — auch, wenn die Antwort „für diese Saison nur noch Anzeigen" lautet. Auswertung innerhalb von 24 Stunden, kostenlos.
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