Grundlagen
Wie lokale Sichtbarkeit funktioniert
Vier Fragen, die jeder Betriebsinhaber irgendwann stellt — und die selten jemand ohne Fachjargon beantwortet. Keine Versprechen, kein Verkauf. Nur der Mechanismus, nach dem entschieden wird, wer die Anfrage bekommt.
Kapitel 01
Ihr Einzugsgebiet hat Löcher
Wenn jemand „Dachdecker" tippt, zeigt Google nicht das beste Ergebnis der Welt, sondern das beste in der Nähe des Suchenden. Lokale Suchergebnisse sind ortsabhängig. Dasselbe Wort, zwei Ortschaften weiter eingegeben, ergibt eine andere Liste.
Daraus folgt zweierlei. Erstens ist Ihr Wettbewerb nicht Ihre Branche, sondern Ihr Umkreis — und der ist enger, als die meisten denken. Zweitens, und das übersehen fast alle: Innerhalb Ihres Einzugsgebiets gibt es Bereiche, in denen gesucht wird und Sie nicht erscheinen. Nicht weil Sie zu weit weg wären, sondern weil dort die Signale anderer stärker sind.
Das ist kein Ranking-Problem im Sinne von „Platz 3 statt Platz 1". Es ist ein Abdeckungsproblem: In einem Teil Ihres Gebiets kommen Sie in der Suche schlicht nicht vor. Wer nur auf seine Platzierung am eigenen Standort schaut, sieht dieses Loch nie — dort steht er ja gut.
Kapitel 02
Warum Platz 1 anders ist als Platz 4
Über der Bildschirmkante einer lokalen Suche liegen sieben Plätze: bis zu vier gekaufte Anzeigen4, darunter der Karten-Block mit meist drei Einträgen5. Erst danach beginnen die gewöhnlichen Treffer — und für die meisten Suchenden ist an dieser Stelle Schluss.
Die Klicks verteilen sich nicht gleichmäßig über diese Liste. Sie fallen steil ab. Der erste Treffer bekommt ein Vielfaches des fünften, und jenseits der ersten Ergebnisseite passiert praktisch nichts: Rund 71 % aller Klicks entfallen auf Seite eins.1
Wie steil genau, lässt sich seriös nicht mehr in eine einzige Zahl fassen. Untersuchungen aus 2025 nennen für Platz 1 Werte zwischen 19 und 40 Prozent — die Spanne ist so groß, weil Googles KI-Übersichten die Klicks umverteilen und je nach Suchtyp unterschiedlich häufig erscheinen.6 Die Richtung ist in allen Studien identisch: oben passiert fast alles, unten fast nichts.
Für einen Betrieb heißt das: „Wir sind bei Google zu finden" ist keine Aussage über Sichtbarkeit. Die Frage ist, ob Sie über der Kante stehen — und das lässt sich nachsehen.
Kapitel 03
Die zweite Suche
Neben der Ergebnisliste ist eine zweite Art zu suchen entstanden. Statt „Elektriker Ludwigsburg" einzutippen und zu vergleichen, fragen Menschen: „Wen kannst du mir in Ludwigsburg empfehlen?" Die Antwort ist dann keine Liste mehr, sondern ein Vorschlag — meist zwei, drei Namen.
Das ist kein Randphänomen. In einer YouGov-Befragung unter 1.005 Personen in Deutschland gaben 39 % an, im letzten Monat einen KI-Assistenten zur Informationssuche genutzt zu haben. KI-Assistenten sind damit die zweithäufigste Informationsquelle — klassische Suchmaschinen bleiben mit 79 % führend.2
„Ich empfehle Ihnen einen Betrieb in Ihrer Nähe."
Keine Magie — empfohlen wird, was an mehreren Stellen übereinstimmend gefunden wird.
Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern die Bauweise der Antwort. Auf einer Ergebnisseite gibt es Platz 4, 5 und 6. In einer KI-Antwort gibt es die genannten Anbieter — und alle anderen. Ein „knapp dabei" existiert nicht.
Wie kommt ein Betrieb in diese Antwort? Nicht über einen Trick. KI-Assistenten empfehlen, was sie an mehreren voneinander unabhängigen Stellen übereinstimmend finden: eine Website, die klar sagt, was Sie tun und wo. Bewertungen, die echt, aktuell und zahlreich sind. Einträge im Web, in denen überall dieselbe Adresse und dieselbe Telefonnummer steht. Widersprechen sich diese Quellen, wird der Betrieb zum Unsicherheitsfaktor — und Unsicheres wird nicht empfohlen.
Ein Detail aus derselben Befragung ist dabei das eigentlich Bemerkenswerte: 21 % beenden ihre Suche mit der KI-Antwort, ohne noch eine Quelle anzuklicken.2 Bei jedem Fünften ist die Antwort das Ende der Recherche. Wer dort nicht vorkommt, kommt für diesen Interessenten gar nicht vor.
Mehr dazu: KI-Sichtbarkeit für lokale Betriebe
Kapitel 04
Warum drei Hebel und nicht einer
Anzeigen, Website und KI-Sichtbarkeit sind keine drei Produkte. Es sind drei Stellen auf demselben Weg — dem Weg von der Suche bis zum Anruf. Und dieser Weg reißt immer nur an einer Stelle ab, aber welche das ist, unterscheidet sich von Betrieb zu Betrieb.
- 01 Die Suche
Jemand tippt eine Frage — oder stellt sie einer KI.
BruchstelleSie werden gar nicht erst genannt. → KI-Sichtbarkeit - 02 Die Auswahl
Sieben Plätze stehen über der Bildschirmkante.
BruchstelleSie stehen darunter. → Anzeigen & Platzierung - 03 Ihre Seite
Wenige Sekunden entscheiden über Bleiben oder Zurück.
BruchstelleDie Seite überzeugt nicht.3 → Website - 04 Der Anruf
Die Anfrage kommt an. Alles davor musste halten.
Deshalb ist die Frage nie, welcher Hebel der beste ist. Die Frage ist, wo der Weg bei Ihnen abreißt. Ein Betrieb, der schon oben steht, aber eine Website aus dem Jahr 2014 hat, braucht keine weiteren Anzeigen. Ein Betrieb mit einer guten Seite, den niemand findet, braucht keine neue Seite.
Wer alle drei Hebel gleichzeitig verkauft bekommt, ohne dass jemand vorher nachgesehen hat, sollte misstrauisch werden. Nachsehen kostet nichts.
Wo reißt der Weg bei Ihnen ab?
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Belege
Quellen
Zahlen auf dieser Website sind belegt oder sie stehen nicht da. Wo sich eine Angabe nicht sauber belegen lässt, zeigen wir die Größenordnung statt eines erfundenen Werts.
- Klickverteilung in den organischen Google-Ergebnissen. Advance Metrics, Auswertung der Klickanteile nach Position: rund 71 % aller Klicks entfallen auf die erste Ergebnisseite, die ersten fünf Treffer vereinen etwa zwei Drittel auf sich.
- Nutzung von KI-Assistenten zur Informationssuche in Deutschland. YouGov, „Searching for answers: How AI is changing online discovery in 2026". Befragung vom 21.04. bis 19.05.2026, n = 1.005 Personen ab 18 Jahren.
- Ladezeit und Absprungverhalten auf Mobilgeräten. Think with Google, Auswertung von über 900.000 mobilen Landingpages: 53 % der mobilen Seitenbesuche werden abgebrochen, wenn eine Seite länger als drei Sekunden lädt. Von einer auf drei Sekunden Ladezeit steigt die Absprungwahrscheinlichkeit um 32 %.
- Anzahl der Anzeigenplätze über den organischen Ergebnissen. Google zeigt für kommerzielle Suchanfragen bis zu vier Textanzeigen oberhalb der organischen Treffer. Die Erweiterung von drei auf vier Plätze wurde im Februar 2016 offiziell eingeführt.
- Anzahl der Plätze im Karten-Block. Der lokale Karten-Block („Local Pack") zeigt in der Regel drei Einträge. Je nach Suchanfrage und Anzeigenbelegung können es auch zwei oder vier sein.
- Aktuelle Entwicklung der Klickrate auf Position 1. Untersuchungen aus dem Jahr 2025 nennen für den ersten organischen Treffer Werte zwischen rund 19 % und 40 %. Die Spanne ergibt sich aus unterschiedlichen Methoden sowie daraus, ob Googles KI-Übersichten über den Ergebnissen erscheinen.
Stand: September 2026. Sollte Ihnen hier eine Angabe fragwürdig vorkommen, schreiben Sie uns — wir korrigieren lieber, als eine Zahl zu verteidigen.